Kaffeekultur bedeutet Vielfalt: Immer Kaffee, aber in jedem Land ein wenig anders
Ob mit einem Schuss Milch, etwas Zucker oder schwarz – Kaffee zählt zu den populärsten Heißgetränken weltweit. Doch die Art, wie er zubereitet, getrunken und zelebriert wird, variiert von Land zu Land. Begleite Die Barista auf eine Entdeckungsreise durch die vielfältigen Kaffeekulturen dieser Welt! Was passt dazu besser als eine Tasse Kaffee? Ausgesuchte Kaffeesorten findest du auf diebarista.com im Onlineshop. Außerdem erfährst du hier alles Wissenswerte zu unseren Kaffeeservices, wie dem professionellen Kaffee-Catering für Messen und Events oder die innovativen Kaffeekonzepte für Unternehmen.
Kaffeekultur in Deutschland: Filterkaffee zum Kaffeekränzchen
Deutschland ist ein Kaffeeland. Pro Kopf trinkt jeder Mensch in diesem Land mehr als 150 Liter Kaffee pro Jahr. Zum Frühstück zuhause, in der Kaffeepause bei der Arbeit, nach dem Mittagessen, zum Kaffeekränzchen mit Klatsch und Tratsch oder zwischendurch im Café – deutsche Kaffeekultur ist flexibel.
Im Jahr 1908 erfand die praktisch veranlagte Hausfrau Melitta Bentz den Kaffeefilter und vermarktete ihn gekonnt: Aus einer Konservendose mit Löchern und eingelegtem Löschpapier wurden die bekannten Porzellanfilter mit Papier-Filtertüte. Bis heute ist Filterkaffee in Deutschland die traditionelle und beliebteste Zubereitungsmethode. Das gilt für das Büro ebenso wie für das private Kaffeekränzchen. Diese Tradition, liebe Gäste in kleiner Runde zu Kaffee und Kuchen einzuladen, ist ein wichtiger Teil der deutschen Kaffeekultur. Daneben entwickelt sich der Trend, in der Kaffeebar oder im Kaffeehaus Kaffeespezialitäten zu genießen. Am gefragtesten sind bei den deutschen Gästen typisch italienische Kaffeezubereitungen mit Milch, wie Cappuccino und Latte Macchiato.
Italienische Kaffeekultur: kurz, schwarz, puristisch – der Espresso
Die Väter der modernen Espressomaschine sind – wen wundert es – Italiener: Angelo Moriondo reichte 1884 ein nie umgesetztes Patent ein, Luigi Bezzera schuf schon 1855 einen Prototyp, den er ab 1901 produzierte, und ein weiteres Patent meldete 1938 Achille Gaggia an. Der Espresso ist der unangefochtene Star der italienischen Kaffeekultur. Die beliebten Varianten Lungo (verlängert) oder Ristretto (verkürzt) sind ebenfalls ein Espresso mit variierter Wassermenge. Auch Cappuccino oder Latte Macchiato basieren auf dem Espresso. Sehr viel verbreiteter als beispielsweise in Deutschland ist in der italienischen Kaffeekultur die Kaffeebar. Sie wird zu jeder beliebigen Tageszeit für einen schnellen „Caffè“ aufgesucht: statt Frühstück, in der Arbeitspause, auf dem Heimweg oder auch noch am Abend.
In privaten Haushalten spielt die klassische Espressokanne, die zugeschraubt und auf den Herd gestellt wird, eine wichtige Rolle. Obwohl der Name anderes suggeriert, bereitet die Kanne technisch keinen echten Espresso zu, sondern einen kräftigen Kaffee.
Österreich: die Wiener Kaffeehauskultur
Die österreichische Kaffeekultur findet ihren Höhepunkt in den berühmten Wiener Kaffeehäusern, die eine unverwechselbare Atmosphäre bieten. Sobald man eines dieser Cafés betritt, taucht man in eine Welt voller Eleganz ein: Marmortische, Thonetstühle und Kerzenleuchter prägen das Bild und schaffen eine ganz besondere Stimmung. Hier geht es nicht nur um den Genuss von Wiener Melange, einem Wiener Espresso oder einem Mokka, sondern wesentlich auch um das Zusammensein – die Kaffeehäuser sind Orte des Austauschs und der Inspiration. Die Wiener Kaffeehauskultur gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Äthiopien: die Wiege des Kaffees
Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees. Hier gedeihen hochwertige Arabica-Kaffees. Traditionell in der äthiopischen Kaffeekultur ist die Kaffeezeremonie Buna. Ob als Familienmitglied oder Freund:in – es ist unhöflich, eine Einladung abzulehnen, da Buna ein Zeichen des Friedens ist.
Zur Zeremonie gehört die traditionelle Zubereitung, die ausschließlich Frauen vornehmen: Die Kaffeebohnen werden gewaschen und über dem offenen Feuer geröstet. Anschließend werden sie im Mörser zerstoßen und mit heißem Wasser in einer bauchigen, langhalsigen Kanne aufgegossen. Jede Buna umfasst drei Tassen. Die erste – Arbol – ist die kräftigste, die zweite und dritte – Ton und Bereka – sind eine Art zweiter Aufguss und wesentlich milder. Der fertige Kaffee wird aus rund 20 cm Höhe in kleine bunte Tassen mit Zucker gefüllt und oft mit Tenadam-Zweigen dekoriert.
Skandinavien: keine Arbeit ohne Kaffeepause
In den skandinavischen Ländern, besonders in Schweden und Finnland, spielt Kaffee eine zentrale Rolle im Alltag. Diese beiden Länder führen die Liste des höchsten Kaffeekonsums weltweit an. Ein Großteil des Kaffees wird am Arbeitsplatz getrunken und die Kaffeepause ist echte Kaffeekultur. Hierbei genießt man nicht nur Kaffee, sondern oft auch süßes Gebäck. In Finnland gibt es sogar einen gesetzlichen Anspruch auf zwei bezahlte 15-minütige Kaffeepausen pro Tag. Beliebte Kaffeespezialitäten sind in den skandinavischen Ländern außerdem Kaffee mit Alkohol, zum Beispiel mit Wodka oder Aquavit.
USA: Kaffeekultur als Lifestyle
Die Gründung von Starbucks 1971 machte Kaffee zum Lifestyle-Produkt und war damit die Geburtsstunde der US-amerikanischen Kaffeekultur. Ob der gute alte Coffee-to-go oder immer neue Coffee-Trends wie Frappuccino, Nitro Coffee, Cold Brew oder Bullet Proof gehen auf das Konto von Starbucks und erobern die Welt. Der „Americano“ hingegen gehört nicht zur amerikanischen Coffee Culture, sondern ist ein in Italien verbreiteter Kaffee: Es handelt sich um einen Espresso, der mit Wasser verdünnt wird. „Erfunden“ haben ihn amerikanische Soldaten, denen der italienische Caffè zu stark war.
Brasilien: Kaffeekultur beim Weltmeister
Brasilien ist seit über 150 Jahren der unangefochtene Weltmeister des Kaffeeanbaus. Rund ein Drittel der globalen Ernte stammt von hier. Kaum verwunderlich, dass Brasilien eine reiche Kaffeekultur hat. Der „Cafezinho“ („kleiner Kaffee“) ist bei den Brasilianer:innen besonders beliebt. Er ähnelt einem Espresso, ist jedoch dickflüssiger. Üblicherweise rührt man viel Zucker hinein und trinkt ihn dann sehr heiß in einem Zug.
Es gehört zur brasilianischen Kaffeekultur, Gäste immer auf einen Cafezinho einzuladen. Und wer nicht als sehr unhöflich gelten möchte, lehnte diese Einladung nicht ab! Eine feste „hora de Cafezinho“ gibt es nicht – bzw. es ist immer „Kaffeestunde“, ganz gleich, ob zu Hause, im Restaurant oder in der Bar.
Vietnamesische Kaffeekultur: kalt mit süßer Kondensmilch
Auch wenn man bei Asien zuerst an Tee denkt, ist Vietnam der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt! Eine Besonderheit der vietnamesischen Kaffeekultur ist, dass hier neben den weit verbreiteten Sorten Arabica und Robusta auch viel Catimor und Chari getrunken wird.
Die typisch vietnamesische Zubereitung von Kaffee erfolgt mit einem Metallfilter, der direkt auf die Tasse gesetzt und für jede Tasse frisch befüllt wird. Wegen des heißen Klimas trinken die Vietnames:innen ihren Kaffee gerne kalt. Dafür kommen zunächst Eiswürfel in die Tasse, auf die der üblicherweise starke Kaffee tropft. Anschließend gibt man süße Kondensmilch dazu. Weitere Varianten ergänzen den „Ca phe“ um ein aufgeschlagenes Eigelb oder Joghurt.
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